TOS News

Das Wort des Jahres: “Postfaktisch”

Seid auf der Hut und lasst euch von niemand täuschen! (Mt 24,4) Ich lernte als Kind einen Satz, der mir beibringen sollte, dass es sich nicht lohnt zu lügen: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht!“ Die Aussage des Satzes ist einfach: Lüge hat eine Langzeitwirkung!

Die Gesellschaft für deutsche Sprache wählte in diesem Jahr das Wort „postfaktisch“ zum Wort des Jahres. Dieses Wort sei nicht vielen bekannt, erklärte die Jury, spiegele aber den wichtigsten gesellschaftlichen Trend dieses Jahres wider. „Postfaktisch“ meint, dass die „gefühlte Wahrheit“ wichtiger sei als die auf Fakten basierende. Dabei gehe es in den politischen und gesellschaftlichen Diskussionen immer mehr um das „Bauchgefühl“ und die Emotionen als um Fakten. Postfaktische Politik sei „ein politisches Denken und Handeln, bei dem Fakten nicht im Mittelpunkt“ stünden. Dafür steht zum Beispiel der Wahlkampf des neuen Präsidenten der USA, Donald Trump. Es ist aber inzwischen ebenso auf jeder politischen und gesellschaftlichen Ebene in Deutschland und Europa wiederzufinden. Die Gesellschaft deutscher Sprache führt weiter aus: „Immer größere Bevölkerungsschichten sind in ihrem Widerwillen gegen ‚die da oben‘ bereit, Tatsachen zu ignorieren und sogar offensichtliche Lügen bereitwillig zu akzeptieren. Nicht der Anspruch auf Wahrheit, sondern das Aussprechen der ‚gefühlten Wahrheit‘ führt im ‚postfaktischen Zeitalter‘ zum Erfolg.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel bemerkte: „Wir leben in postfaktischen Zeiten. Das soll wohl heißen, die Menschen interessieren sich nicht mehr für Fakten, sie folgen allein den Gefühlen.“ In der Zeitung für politische Kultur „Cicero“ warnt ein Autor in einem Artikel davor, Gefühlen und Spekulationen mehr zu glauben als Tatsachen, denn: „Das ist verführerisch!“ Er hat ohne Zweifel recht! Postfaktische Wahrheit meint nichts anderes als Täuschung und Lüge.

Formulieren wir es einmal so, wie es die Bibel treffsicher vorausgesagt hat: Es wird eine Zeitperiode geben, deren Kennzeichen Täuschung, Lüge und Verführung sein werden. Wir sind in dieser Zeit angekommen. Jesus sagt in dem als Endzeitrede bekannten Kapitel Mt 24,4: „Seid auf der Hut und lasst euch von niemand täuschen!“ Paulus schreibt, dass es eine Zeit geben wird, in der die Menschen allen Lügen glauben werden: „Der Böse wird kommen, um mit mächtigen Taten und verlogenen Zeichen und Wundern das Werk des Satans zu tun. Mit üblen Täuschungen wird er die Menschen verführen, die ihrem Verderben entgegengehen, weil sie nicht die Liebe zur Wahrheit angenommen haben, die sie retten könnte. Deshalb wird Gott eine große Blindheit über sie kommen lassen, und sie werden all die Lügen glauben“ (2. Thess 2, 9-12). Wir sollten als Christen diesen Trend sehr bewusst wahrnehmen. Er ist in unseren Kirchen und Gemeinden längst wiederzufinden. Wenn der objektive Maßstab des Wortes Gottes gegen die subjektive Wahrheit des Menschen eingetauscht wird, gibt es kaum verlässliche christliche Werte, biblische Wegweisung oder Orientierung.

Wie werden wir aus dem Krisenjahr 2016 dem neuen Jahr 2017 mit Glauben und Hoffnung entgegensehen können? Die Bibel macht es uns da sehr einfach. Viele Menschen investieren lieber ihre Energie in ihre Gesundheit, Hobby oder Familie, ohne darauf zu achten, ob das Fundament ihres Lebens stabil und sicher ist. Jesus sagt zu seinen Jüngern: Investiert alles, um durch die „enge Pforte hineinzugehen“ (Lk 13,24). Er wird nur diejenigen wiedererkennen, so führt er dann weiter aus, die alles investiert haben, um ihn und sein Wort kennenzulernen, und die dann tun, was er ihnen sagt. Jesus selbst ist das Fundament. Ihn zu kennen und zu lieben heißt, die „Liebe zur Wahrheit“ anzunehmen (2. Thess 2,9). Wird Jesus Sie, wenn Sie vor ihm stehen, wiedererkennen? Ich wünsche Ihnen für das neue Jahr 2017, dass Sie den Mut haben, neu in Ihr geistliches Fundament zu investieren und Ihre „Liebe zur Wahrheit“ des Wortes Gottes wiederzuerwecken. Suchen Sie Jesus neu im Gebet, entdecken Sie ihn neu im Wort Gottes und räumen Sie voller Zuversicht durch sein Blut die Steine der Sünde aus dem Weg. Er hat für Sie einen Weg des Segens vorbereitet!

 

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen

Jobst Bittner

 

zum Archiv