19.03.2010
Unter dem Strich zählt - wer?
Jagt der Heiligung nach, ohne die niemand den Herrn sehen wird. (Hebr 12,14b) Der alte Philosoph Heraklit lehrte, dass „alles in Fluss" sei, es also keine Wahrheit gibt, die als fest und absolut gelten kann. Heute sagt man das etwas anders, meint aber dasselbe: Gültig ist für jeden sein individuelles Streben nach Glück, und - solange es nicht auf Kosten eines anderen geht - ist das Beste für mich gerade gut genug! Dieses neuheidnische Denken ist die Rückkehr zu unseren griechisch-antiken Wurzeln und hat mit einem christlichen Erbe nichts mehr zu tun. "Unterm Strich - zähl Ich", wie es in einem Werbespot heißt, aber ist das wirklich wahr?
Die Bibel hat da eine völlig andere Sichtweise. Ihre Langzeitperspektive geht über Leben und Tod hinaus. Ewiges Leben ist kein Postulat, also eine Aussage, die sich später eventuell als wahr erweist, sondern eine Wahrheit, der sich kein Mensch entziehen kann. Jeder Mensch ist erlösungsbedürftig und wird vor Gott dem Richter stehen. Mein Theologieprofessor sagte einmal zu mir zu diesem Thema: "Gericht ist Gnade - denn durch Gottes Gerechtigkeit wird alles - auch das Verborgenste - ans Licht kommen."
Wir dürfen um die zentralste Frage des Evangeliums keinen Bogen machen: "Was machst du mit deinem "Ich"?" Anders gefragt: "Wer bestimmt über Dein Leben?" Christsein bedeutet, dass ein Herrschaftswechsel stattgefunden hat. Das heißt: Ich habe die Wahrheit gefunden - nicht privat, subjektiv für mein persönliches Leben - sondern objektiv gültig für jedermann, in seinem Wort, mit einer Botschaft, die für jeden Menschen gilt: "Lass dich versöhnen mit Gott"!
Und was ist mit meinem "Ich"? Die Bibel sagt, dass Gott am Ende unseres Lebens eine Rechnung aufmacht, unter die ein Schlussstrich gezogen wird. Steht darunter ein "Ich", wird er von uns den Preis für unsere Sünde und Schuld einfordern, den kein Mensch bezahlen kann. Steht aber unter dem Strich ihres Lebens ein "erlöst", wird der himmlische Vater sich an den einzigen wenden, der am Kreuz für unsere Schuld und Sünde bezahlt hat: Jesus Christus!
Christsein bedeutet unter seiner Herrschaft leben zu wollen! Das Kennzeichen seiner Herrschaft in unserem Leben ist die Bereitschaft sich zu verändern. Heiligung ist nicht die Sammlung aller christlichen Regeln, die ein Christ meint erfüllen zu müssen. Es ist die Bereitschaft mein Leben nach Gottes Ehre auszurichten. Wird in jedem Bereich Ihres Lebens Jesus geehrt? „Was würde Jesus tun?" - so heißt eine christliche Bewegung, die Jugendliche ermutigt zu überlegen, jede Situation ihres Lebens an dieser Frage zu überprüfen.
Heiligung und Erlösung gehören unlösbar zusammen. Machen Sie einen persönlichen Test: Überlegen sie einmal, an welchen Stellen Sie ihr Leben verändert und neu an den Maßstäben Jesu ausgerichtet haben. Heiligung heißt: Heilige Veränderung - auch wenn es etwas kostet! Ich möchte sie dazu ermutigen!




