01.07.2009
Du brauchst eine Begegnung mit dem Heiligen Geist
Sie sollen auch die Asche vom Altar fegen und eine Decke von rotem Purpur über ihn breiten (4. Mose 4,13)
Manchmal ist es faszinierend, wie alttestamentliche Bibelstellen prophetische Bilder für neutestamentliche Wahrheiten sein können. Wenn die Asche auf dem Altar in der Stiftshütte nicht entfernt wurde, konnte kein neues Feuer angezündet werden. Das ist eine Erfahrung, die wir alle kennen: Asche brennt nicht. Sie entsteht, wenn das dem Feuer Nahrung gebende Holz verbrennt. Bei vielen Christen ist von dem Feuer ihrer Liebesbeziehug zu Gott nur noch die Asche übriggeblieben. Manche haben sich damit abgefunden. Ihre Gebete sind erloschen, Gottes Stimme hören sie schon lange nicht mehr. Sie fühlen sich innerlich trocken und leer. Man hat ihnen eingeredet, dass sie sich mit der Asche in ihrem Leben und dem erloschenen Feuer arrangieren müssten. Aber Gott ist bis heute derselbe! Er hat die gleiche Kraft, und er ist dasselbe Feuer, das zu Pfingsten auf die Jünger kam. Es ist das Feuer des Heiligen Geistes!
Ich erinnere mich, wie ich kurz nach meiner Bekehrung von einem jungen Mann auf den Heiligen Geist angesprochen wurde. Ich reagierte ärgerlich. Warum sollte ich mich auf den Heiligen Geist einlassen? Mein Gesprächspartner ließ nicht locker: "Du brauchst die Geistestaufe, sonst wird dein Leben als Christ trocken und kraftlos sein!" Ich dachte nicht viel über theologische Grundsatzfragen nach, denn ich war einfach hungrig nach Gott. Ich wollte, dass er ebenso auf mich kommt, wie die Jünger es zu Pfingsten erlebt hatten. Also kniete ich eines Abends vor meinem Bett nieder und betete: "Heiliger Geist, wenn du da bist und mich erfüllen willst - hier bin ich!" Während ich betete, ging mein Gebet in ein Sprachengebet über. Ich war erschrocken - und sprang in mein Bett und zog mir die Bettdecke über die Ohren. Am nächsten Morgen wachte ich auf. Mein erster Gedanke ging zurück zu dieser seltsamen Erfahrung. Was war da passiert? Hatte ich eine Chance verpasst? Hatte ich den Heilige Geist wieder vertrieben? Als ich anfing zu beten, erfüllte mich wieder dieselbe Gegenwart Gottes. Da war wieder dieses einfache, fremdartige Gebet, wie es Paulus in seinem Brief an die Korinther beschreibt (1. Kor 14,26). Der Heilige Geist war da und er hatte mich bis in die tiefsten Bereiche meiner Persönlichkeit berührt.
Diese Erfahrung liegt beinahe 35 Jahre zurück. Sie ist die Quelle einer tiefen inneren Freude, die mich seitdem nicht mehr verlassen hat. Dieses Feuer ist der Motor meines geistlichen Lebens. Es ist mir ganz gleich, wie theologisch - politisch korrekt wir es bezeichnen. Es ist auch unwichtig, wann und wie oft wir dieses Feuer erleben. Entscheidend ist jedoch, dass Sie es erleben, und zwar immer wieder! Ohne Ihre persönliche Pfingsterfahrung mit dem Heiligen Geist - wie sie auch immer aussehen mag - bleiben Sie kraftlos und leer. Unser geistliches Leben wird dann wie der Altar, dessen Flamme niederbrennt oder vielleicht sogar erlischt. Gott möchte in uns ein neues Feuer anzünden. Aber dazu sollten wir die Asche auf unserem Altar entfernen. Vielleicht sind es alte negative Glaubenserfahrungen oder gar festgefahrene, theologische Positionen, die mich in einen abgeklärten, innerlich erloschenen Verstandeschristen verwandelt haben. Wir wissen, dass jede Sünde, mit der ich mich arrangiert habe, zur Asche wird und mein geistliches Feuer erlöschen lässt. In unserem alttestamentlichen Bild wird die Asche vom Altar herunter gefegt. Nachdem er mit einer purpurnen Decke bedeckt wurde - ein Bild, das mich an die Macht des Blutes Jesu erinnert - wird das Feuer neu entzündet. Mein lieber Leser, vielleicht brauchen Sie eine ganz persönliche Erweckung. Ihre geistliche Trockenheit ist dafür die beste Bestätigung! Warten Sie nicht auf andere, sondern ziehen Sie sich einfach einmal zum Gebet zurück. Vielleicht haben Sie so noch nie gebetet. Laden sie den Heiligen Geist ein und sagen Sie ihm, dass Sie ihn kennenlernen möchten. Er wird kommen und Sie mit seiner Kraft berühren und mit dem Feuer der Liebe Gottes erfüllen.




