Wort des Monats

02.08.2010

Er lockt dich aus dem Rachen der Angst

So reißt er auch dich aus dem Rachen der Angst in einen weiten Raum, wo keine Bedrängnis mehr ist; und an deinem Tische, voll von allem Guten, wirst du Ruhe haben. (Hiob 36,16)

In den Sommermonaten kann man vieles vergessen. Krisen rücken in den Hintergrund und man hofft, durch den wohlverdienten Sommerurlaub von manchem erst einmal Abstand zu gewinnen. Davon zurückgekehrt bleibt neben einer gehörigen Portion Erholung und der gebräunten Haut die Erkenntnis, dass sich nicht viel verändert hat. Manche beschleicht ein bekanntes Gefühl: Ich befinde mich immer noch im „Rachen der Angst“. Eigentlich übersetzt Martin Luther das nicht ganz richtig: Gemeint ist eigentlich in der ursprünglichen Wortbedeutung der „Rachen des Bedrängers“, aus dessen Enge es kein Entweichen gibt. Hier sitzen die „Elenden“ wie es im vertrauten lutherischen Bibeltext heißt, also die Deprimierten, Niedergeschlagenen, Bedürftigen, eben all die, deren letzte Chance das Eingreifen Gottes ist. Im „Rachen der Angst“ sind also die Menschen, die immer wieder bedrängt und durch Krisensituationen beraubt und eingeengt werden. Vielleicht gehören Sie ja dazu. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es ein wirksames Mittel gibt, aus Hiobs „Rachen der Angst“ zu entkommen: Es ist die Bereitschaft zu vergeben!  Jesus spricht in einem Gleichnis davon, dass die Weigerung zu vergeben uns selbst in ein Gefängnis sperrt. (Mt 18, 22 – 35)  Der himmlische Vater bezahlte für Sie einen sehr hohen Preis. Er opferte seinen geliebten Sohn, um unsere Sünden zu vergeben. Seine Vergebung ist nur wirksam, wenn wir denen, die an uns schuldig geworden sind, von Herzen vergeben. So lehrte er es seinen Jüngern in seinem himmlischen Mustergebet, das wir das „Vaterunser“ nennen. (Mt 6, 9 – 15) Es lohnt sich nicht, an Zorn und Groll festzuhalten und die Dinge nachzutragen, die jemand gegen Sie beging. Jesus ist da sehr deutlich:  Jede Weigerung zu vergeben bringt Sie selbst und den anderen in Gefangenschaft und versetzt Sie in den „Rachen des Bedrängers“, aus dem es kaum ein Entweichen gibt. Unvergebenheit kann wie ein innerer Schmerz sein, den man selbst nicht orten und dann auch nicht loslassen kann. Man fühlt sich wie eingeschnürt, eine innere Enge, die keine Fluchttür hat. Ich möchte Ihnen sagen, dass es jemanden gibt, der Sie so sehr liebt, dass er Sie mit allen Mitteln aus Ihrem Gefängnis „herauslocken“ möchte. Jesus sagt: „Komm, die Belohnung vorbehaltlos zu vergeben ist unermesslich groß! Bist du bereit? Ich helfe Dir! Komm aus dem Rachen der Angst – wir  gehen gemeinsam Schritt für Schritt!“ Die Belohnung dafür ist unermesslich. Sie ist im zweiten Teil unseres Verses enthalten, den ich Ihnen hier ganz persönlich weitergeben möchte: „Er lockt Dich in einen weiten Raum, in dem keine Bedrängnis mehr ist, und an Deinem Tisch, voll von allem Guten, wirst Du Ruhe haben.“ (Hiob 36,16) Ich wünsche Ihnen für den Neustart nach Ihrer Urlaubszeit Gottes Segen.

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