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Sucre, Bolivien - Gasexplosion überlebt!
Fiorella Fiorella ist ein typischer Teenager aus La Victoria. Sie ist 14 Jahre alt. Ihr Vater ist vor 11 Jahren von zu Hause weggegangen und hat die Familie verlassen. Sie hasste ihn, denn er brach jedes einzelne Versprechen, die er jemals ihr gemacht hatte. Wenn Fiorella nur an ihn dachte, überkam sie Zorn, Bitterkeit und Verachtung. Das prägte auch ihre Haltung allen Männern gegenüber. Eines Tages hörte sie davon, dass Vergebung ihr Leben radikal verändern kann. Sie begriff, dass sie loslassen musste, um nicht selber kaputt zu gehen. Schweren Herzens und nicht sehr überzeugt tat sie die ersten Schritte. Zwei Tage später stand ihr Papa vor der Schule mit 100 Soles (25?) in der Hand. "Die sind für dich, und morgen komme ich zu deinem Geburtstag und bringe Torte mit", sagte er und Fiorella sah ihn ungläubig an. Am nächsten Tag stand er wieder am Tor, als sie aus der Schule kam, und er trug ein Geschenk im Arm und Geld für die Torte. Fiorella kam es vor wie ein Traum. Einen Tag später war ihr Papa wieder da, und zum ersten Mal in ihrem Leben begann sie zu glauben, dass Männer ihre Versprechen erfüllen. Nestor Nestor ist 23; bis vor 10 Jahren sah sein Leben ziemlich hoffnungslos aus. Er lebte auf der Straße, seine Hauptbeschäftigung war Diebstahl, Raub, Drogen und Fußball. Schule stand nicht zur Debatte. Dann lernte er Los Transformadores, den lateinamerikanischen Arbeitszweig von TOS Dienste International, kennen und der schüchterne Teenager begann zum ersten Mal, von einer Zukunft zu tr¡ämen, einer Zukunft, die viele seiner Freunde und Kamaraden nie erleben werden. Er entschied sich, in das Kinderhaus zu ziehen, sich an die Hand nehmen zu lassen, die Schule zu besuchen, kurz sein Leben transformieren zu lassen. Heute hat er seine Lehre als Grafikdesigner abgeschlossen, hilft im Kinderhaus mit und bereitet sich darauf, vor nach Deutschland zu kommen, um ausgebildet zu werden und selbst ein Heim für Kinder zu eröffnen und zu leiten. (Er braucht übrigens noch Sponsoren für die Ausbildung in Deutschland.) Drogen, Straße und Diebstahl sind kein Thema mehr, und in ihm brennt der Wunsch, andere zu dieser Transformation zu führen. Zum Arbeiten gezwungen - in Lima, Peru Cristina*, 9 Jahre, lebt sein einigen Monaten im Transformatorenhaus in Lima, Peru. Ihr Vater war vor drei Jahren nach einem Fest überfahren worden und starb. Er hinterließ seine Familie mit sechs Kindern, die nur vom Landbau leben. Cristina wurde von einer Nachbarin mitgenommen, um die Mutter zu ?entlasten?. Sie versprach, das damals 7-jährige Mädchen bald wieder zurückzubringen. Stattdessen wurde Cristina aber mit mehreren anderen Kindern 1000 km entfernt in einem der Armutsviertel von Lima eingesperrt und zum Arbeiten und Betteln auf den Straßen und in Bussen gezwungen.
Als sie Heiligabend spät nachts bei einem ?Arbeitseinsatz? weglief, kam sie nach einigen Umwegen über die Polizeistation und das Jugendamt in unser Heim. Obwohl sie nach außen hin eher fröhlich wirkte, weinte sie oft und wünschte sich so sehr, ihre Mama wiederzusehen. Dafür betete sie auch regelmäßig. Erst als ihre Mutter Hilfe bei der Erstellung der erforderlichen Papiere bekam (sie selbst ist Analphabetin), konnte sie nach langem Hin und Her nach Lima gelangen, um dort nach ihrer verschollenen Tochter zu suchen. Beim Wiedersehen der beiden in unserem Heim, nach fast einem Jahr Trennung, blieb auch bei den Umstehenden kein Auge trocken. Bis die legalen Nachweise vollständig sind, wohnt Cristina noch weiterhin im Heim. Die Zeit bis dahin will sie nutzen, um die 1. Grundschulklasse fertig zu machen. Nun ist sie voller Eifer dabei, besser Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen, damit sie dies bei ihrer Rückkehr auch ihrer Mutter beibringen kann. *Name geändert |