Zum Arbeiten gezwungen - in Lima, Peru

Cristina*, 9 Jahre, lebt sein einigen Monaten im Transformatorenhaus in Lima, Peru. Ihr Vater war vor drei Jahren nach einem Fest überfahren worden und starb. Er hinterließ seine Familie mit sechs Kindern, die nur vom Landbau leben. Cristina wurde von einer Nachbarin mitgenommen, um die Mutter zu „entlasten“. Sie versprach, das damals 7-jährige Mädchen bald wieder zurückzubringen. Stattdessen wurde Cristina aber mit mehreren anderen Kindern 1000 km entfernt in einem der Armutsviertel von Lima eingesperrt und zum Arbeiten und Betteln auf den Straßen und in Bussen gezwungen.

Als sie Heiligabend spät nachts bei einem „Arbeitseinsatz“ weglief, kam sie nach einigen Umwegen über die Polizeistation und das Jugendamt in unser Heim. Obwohl sie nach außen hin eher fröhlich wirkte, weinte sie oft und wünschte sich so sehr, ihre Mama wiederzusehen. Dafür betete sie auch regelmäßig.

Erst als ihre Mutter Hilfe bei der Erstellung der erforderlichen Papiere bekam (sie selbst ist Analphabetin), konnte sie nach langem Hin und Her nach Lima gelangen, um dort nach ihrer verschollenen Tochter zu suchen. Beim Wiedersehen der beiden in unserem Heim, nach fast einem Jahr Trennung, blieb auch bei den Umstehenden kein Auge trocken. Bis die legalen Nachweise vollständig sind, wohnt Cristina noch weiterhin im Heim. Die Zeit bis dahin will sie nutzen, um die 1. Grundschulklasse fertig zu machen. Nun ist sie voller Eifer dabei, besser Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen, damit sie dies bei ihrer Rückkehr auch ihrer Mutter beibringen kann.

*Name geändert