Apokalyptische Endzeitprophetien und der Gebetsschlaf der Gemeinde
"...ich will ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets!" (Sach 12,10a) - Manchmal mag ich all die prophetischen Erkenntnisse über die Endzeit nicht mehr lesen.
Die Weltwirtschaftskrise, die Erdbebenkatastrophe in Haiti, das Ölloch im Golf von Mexiko und die beispiellosen Hasstiraden der Nationen gegen Israel nach dem Flottendesaster im Mittelmeer vor der Küste des Gazastreifens sind nur einige Ereignisse, die wir in der letzten Zeit gesehen haben. Wissen Sie, mein Mail-Account quillt von Rundbriefen nahezu über, die darüber schreiben, wie die Zeichen der Zeit und die apokalyptischen Krisen richtig einzuschätzen sind. Sicherlich macht vieles davon Sinn, aber ich vermisse bei den meisten von ihnen einen entscheidenden Punkt. Es ist die Antwort auf die wichtigste Frage, die wir uns in dieser Zeit stellen müssen: Wann wird die Gemeinde Jesu der westlichen Welt - ebenso übrigens auch der messianische Leib in Israel - von ihrem Gebetsschlaf erwachen?
Erstaunlicherweise sind Zeiten der Krise immer auch ein Kennzeichen von Gebetslosigkeit. Wir können unseren Kopf voller prophetischer Worte und dennoch ein leeres Herz haben. Wir können ebenso die richtigen Erkenntnisse haben, und trotzdem im Himmel mit unserem Gebet ohne Autorität und Stimme sein. Menschen, die so leben sind voller guter Strategien und Ratschläge. Leider sind sie oft selbst nicht bereit, ihr eigenes Leben im Gebet vor Gott in die Waagschale zu legen. Gott segnete sein Volk immer dann, wenn sie sich vor ihm demütigten und ihn von ganzem Herzen suchten. Wir können immer wieder lesen, wie er mit ihnen war und ihnen alles gelang: "Denn die Augen des Herrn schauen auf alle Nationen, dass er stärke, die mit ganzem Herzen bei ihm sind." (2.Chr 16.9)
Vor einigen Wochen forderte uns ein junger Rabbi einer messianischen Gemeinde in der Ukraine heraus. Sie hatten tagelang gebetet und Gott gesucht, manchmal bis zu 30 Stunden lang, durchgehend. Gottes Herrlichkeit wurde so stark, dass sie zusehen konnten, wie vor ihren Augen buchstäblich Tote auferweckt wurden. Erweckung brach in ihrer Stadt aus. Wenn Pastoren und Leiter von ihrem Gebetsschlaf aufwachen, um mit ihren Kirchen und Gemeinden Gottes Angesicht zu suchen und zu beten, wird Gott seinen Arm machtvoll bewegen. Erschütterungen werden Gottes Zeiten sein, in denen außergewöhnliche Wunder die Regel sein werden. Gleichzeitig wird der Strom von Menschen, die bei dem lebendigen Gott Zuflucht suchen werden, ein so gewaltiges Ausmaß haben, dass er von einzelnen Kirchen und Gemeinden nicht aufgefangen werden kann.
Ich möchte Sie ermutigen, aus Ihrem gut geregelten und zeitlich organisierten Gebet auszubrechen. Gottes Angesicht zu suchen heißt, dass Sie bereit sind, Stunden, Tage und vielleicht auch Nächte zu investieren. Erwecken Sie die Morgengebete und die Gebetsnächte Ihrer Gemeinde! Rufen Sie Ihr 24/7-Gebet neu ins Leben! Gott wartet auf Sie persönlich! In der Zeit, in der Jerusalem zu einem "Laststein für alle Nationen" und alle "Nationen auf Erden sich gegen Jerusalem versammeln" (Sach 12,3), werden wir sehen, wie "über das Haus David und über die Bürger Jerusalems der Geist der Gnade und des Gebets ausgegossen wird" (Sach 12,9). Wir sollten aus dem Gebetsschlaf erwachen, bevor apokalyptische Endzeitszenarien schneller real werden, als wir denken.
Jobst Bittner





