Länderinfo

Lima, Peru
Peru liegt an der Westküste Lateinamerikas am Pazifik. Obwohl Peru viermal die Größe Deutschlands hat, zählt es doch lediglich 25 Millionen Einwohner. Jeder Vierte lebt dabei in einer ungeheuren Bevölkerungskonzentration im Großraum von Lima. 54% der Einwohner sind indianischen Ursprungs; lediglich 12% sind Weiße oder von europäischer Abstammung.

Die spezifische Situation der Straßenkinder

Straßenkinder Lima, Peru
Im Jahre 1998 zählte Peru 24,8 Millionen Einwohner. 34,4% waren unter 14 Jahren alt und weitere 20,6% bis 24 Jahren. (INEI 1998, S. 17) Die Zahl der arbeitenden Kinder zwischen 6 und 17 Jahren betrug im Jahre 1995 1,4 Millionen. Sie sind gezwungen zu arbeiten, entweder, um zum Überleben ihrer Familien beizutragen oder sie sind völlig sich selbst überlassen, so daß sie um ihr eigenes Überleben kämpfen müssen. 433.000 von ihnen sind jünger als 12 Jahre alt und nur 8% besuchten nebenbei die Schule, so dass ein hoher Prozentsatz der Kinder und Jugendlichen Analphabeten sind.
Berge bei Lima, Peru
Sie arbeiten unter härtesten körperlichen Bedingungen auf den steilen, kargen Feldern der Anden, schinden sich als Lastenträger auf Märkten und in Supermärkten, sie werden in Fabriken oder fremden Haushalten ausgebeutet, wo sie in vollständiger Isolation von ihren Familien leben, oder sie gehören zu denen, die auf Grund von Armut oder Gewalt aus ihren Familien vertrieben wurden, und die jetzt auf der Straße leben und arbeiten.
Straßenkinder Lima, Peru
In der Regel liegt bei allen Kindern und Jugendlichen, die ihre überwiegende Zeit auf der Straße verbringen, eine zerstörte Familienbeziehung mit Misshandlung und Missbrauch zu Grunde. Die Folge fehlender oder zerstörter Familienbeziehungen ist, daß diese Kinder Opfer von physischen und psychischen Übergriffen von Erwachsenen werden und sie in ihrer Entwicklung zu gesunden Persönlichkeiten entscheidend gestört sind.

Sie verdienen ihren Lebensunterhalt durch unterschiedliche Tätigkeiten, wobei Verkaufstätigkeiten unumstritten an erster Stelle stehen, während alle anderen Tätigkeiten von Scheibenwischen, Schuheputzen, Betteln und auch Prostitution einen geringeren Stellenwert einnehmen. Die Kinder sind oft 6 Jahre und älter, aber auch hier gibt es Ausnahmen. Ein Schulbesuch ist nur in Ausnahmefällen erfolgreich. Viele von ihnen beginnen bereits früh mit dem Inhalieren von Lösungsmitteln und zerstören damit ihren ohnehin durch die Lebensweise schon stark strapazierten Körper. In der Regel liegt eine Abhängigkeit von diesen Suchtmitteln vor. Sie leben in engen Sozialgefügen mit Gleichaltrigen, unter klaren Gruppengesetzen nach eigenen aufgestellten Maßstäben und Regeln.

Während es noch eine ganze Reihe von Hilfsorganisationen gibt, die im Kinderbereich tätig sind, gibt es für die Jugendlichen in Peru so gut wie keine Hilfsangebote.
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